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Nachhaltige Baupraktiken etablieren sich in dänischen Kommunen

18.09.2019

Kommunale Bauträger in Dänemark haben die Möglichkeit, an Kursen zu nachhaltigem Bauen teilzunehmen. Ziel ist es, nachhaltige Baupraktiken, -prozesse und -methoden in den Kommunen zu verankern und so Umweltauswirkungen und -kosten zu minimieren.

Nachhaltiges Bauen ist kein abstraktes Konzept mehr, sondern eine konkrete Bauweise. Das Bewusstsein für Klimaauswirkungen und Ressourcenverbrauch ist zu einem integrierten Aspekt des Bauprozesses geworden. Auch bei dänischen Stadtplanern ist nachhaltiges Bauen zum Alltag geworden. Wie  wird jedoch der Prozess des nachhaltigen Bauens in den Kommunen strukturiert? Um dieses Wissen zu teilen, wurden nun Kurse entwickelt.

Guter Geschäftsszenario

Für dänische kommunale Bauherren gibt es kein Handbuch, das beschreibt, wie eine Gemeinde ein nachhaltiges Gebäude erfolgreich realisieren kann. Es gibt jedoch viele Kommunen in Dänemark, die im Laufe der Jahre viele Erfahrungen mit ihrem Einstieg in nachhaltiges Bauen gesammelt haben. Es sind genau diese Erfahrungen, die das dänische Zentrum für die Entwicklung von Fähigkeiten in der öffentlichen Verwaltung und der Green Building Council Denmark mit anderen Gemeinden teilen möchte. Bauprojekte können sich nachteilig auf die Umwelt und das Budget einer Gemeinde auswirken – sowohl während der Bau-, der Betriebs- und der Abrissphase. Mehrere Kommunen haben die Erfahrung gemacht, dass nachhaltige Bauprojekte zu reduzierten Betriebskosten und erheblichen Vorteilen in Bezug auf Umwelt, Raumklima, Benutzerfreundlichkeit und Wohlbefinden geführt haben.

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Beginn im November

„Wir werden eine Reihe von eintägigen Kursen durchführen, damit die einzelnen Gemeinden nicht von vorne anfangen müssen“, sagt Claus Damgaard, Abteilungsleiter am Zentrum für die Entwicklung von Kompetenzen in der öffentlichen Verwaltung.

„Wir hoffen, dass die Kurse es den kommunalen Bauträgern ermöglichen, auf der Basis der bereits gesammelten Erfahrungen mit nachhaltigem Bauen die verfügbaren Methoden weiterzuentwickeln, damit wir die Umweltbelastungen und kommunalen Kosten minimieren können. Wir haben 50 Jahre Erfahrung in der Ausbildung kommunaler Mitarbeiter und die Green Building Council Denmark hat ein Zertifizierungssystem, das viele gute Methoden enthält. Durch die Zusammenarbeit hoffen wir, dass wir die Energiewende in den Kommunen beschleunigen können“, sagt Claus weiter.

Diese Aussage wird vom Berater Theis Rubinke Sørensen unterstützt, der feststellt, dass die Nachfrage der Kommunen nach Kompetenzen im Management nachhaltiger Bauprojekte zunimmt. Dieser Bedarf hängt nicht von der Größe oder dem Standort einer Gemeinde ab, sondern betrifft praktisch ganz Dänemark.

Kommunen als Akteure des Wandels

„Der Green Building Council Denmark verzeichnet ein zunehmendes Interesse der Kommunen. Sie versuchen, eine Immobilienstrategie zu formulieren, die einen konkreten Beitrag zur Erreichung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) leistet, basierend auf einer Lebenszyklusperspektive von Baumaterialien und der Lebensspanne von den Betrachtung eines Gebäudes als Ganzes“, sagt Mette Qvist, Direktorin im Green Building Council Denmark.

Mette Qvist ist der Ansicht, dass diese Entwicklung nicht nur die Denkweise kommunaler Bauvorhaben beeinflusst, sondern auch dazu beiträgt, dass sich die einzelnen Kommunen der Anforderungen, die sie an Unternehmen stellen sollten, bewusst werden.

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Jütländische Kommunen profitieren von nachhaltigen Gebäuden

Die Gemeinden Middelfart und Skanderborg sind einige der Gemeinden, die sich bereits an nachhaltigen Bauprojekten beteiligen. Seit der Eröffnung des neuen Rathauses vor zweieinhalb Jahren hat die Gemeinde Skanderborg rund 2,15 Millionen Euro an Betriebskosten eingespart. Auch Middelfart hat seit der Eröffnung des neuen Rathauses im September 2017 rund 1 Million Euro an Betriebskosten eingespart.

In beiden Fällen resultierten die Einsparungen aus einer strategischen Entscheidung, Nachhaltigkeit in die Designphase einzubeziehen. Beide Gebäude sind ebenfalls DNGB-zertifiziert und die SDGs sind zu einem Leitprinzip geworden, wie öffentliche Institutionen und private Unternehmen zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen können.

Quelle: Energiwatch (auf Dänisch)
Photo:  Charles 🇵🇭

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