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Franz Untersteller im grünen Austausch mit Dänemark

31.10.2019

Dänemark hat die Lösungen, um die großen Versprechen der Gipfeltreffen dieses Herbstes zu verwirklichen. Die Nachfrage nach dänischen Lösungen ist durch den Besuch des deutschen Ministers für Umwelt, Klima und Energiewirtschaftt des Bundeslandes Baden-Württemberg deutlich gekennzeichnet, der für Inspiration und Kooperation nach Dänemark blickt.

Baden-Württemberg blickt nach Norden

Nach großer dänischer Prägung des Klimagipfels in New York und dem C40-Gipfel in Kopenhagen für die Bürgermeister der Welt, zeigt Dänemark ihre grüne Führungsrolle. Bei beiden Gipfeln spielten dänische Lösungen eine zentrale Rolle als gute Beispiele für die grüne Umstellung.

Dies hat in Deutschland Aufmerksamkeit erregt, wo eines der reichsten und größten Bundesländer des Landes, Baden-Württemberg, vor der Herausforderung steht, die Kernenergie abzuschaffen und neue grüne Alternativen zu finden. Der letzte Kernreaktor soll bis 2022 abgeschaltet werden. Danach sollen 80 Prozent der staatlichen Energie aus erneuerbaren Quellen stammen, während der Energieverbrauch um 50 Prozent sinken soll.

Baden-Württembergs Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Franz Untersteller, reiste vom 28. bis 30. Oktober nach Dänemark, um sich von nachhaltigen Energieeffizienzlösungen in den Bereichen grüne Energie und Wasser inspirieren zu lassen. Der Besuch wurde von State of Green , der dänischen Botschaft in Berlin und der Dänischen Energieagentur arrangiert.

Eines unserer Ziele in dem Verfassungszusatz zu unserem Klimaschutzgesetz ist die Verbesserung der Wärmeversorgung bzw. die Wärmeplanung in Städten. Genau in diesem Bereich können wir viel von Dänemark lernen, weil die Dänen seit mehr als 40 Jahren strategische Wärmeplanung in ihren Städten betreiben“, so Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft.

Neue Vereinbarung stärkt die grüne Zusammenarbeit

Während der Dialog über konkrete Klimaschutzanstrengungen im Mittelpunkt des Besuchs stand, bestand auch die Möglichkeit, die grüne Zusammenarbeit zwischen Dänemark und Baden-Württemberg zu verstärken. Franz Untersteller und Dänemarks Minister für Klima, Energie und Versorgung, Dan Jørgensen, haben ein neues Abkommen zur Stärkung der grünen Partnerschaft unterzeichnet. Das Abkommen konzentriert sich auf den Erfahrungsaustausch auf Regierungsebene mit den Schwerpunkten Energieeffizienz in Gebäuden und in der Industrie, sowie die Verbesserung der Effizienz in der Wärmeversorgung.

Die dänische Regierung hat sich eine Reihe von Klimazielen gesetzt und möchte ein globaler grüner Vorreiter sein. Baden-Württemberg ist ein Bundesland mit fast doppelt so vielen Einwohnern wie Dänemark und einem starken Fokus auf die grüne Umstellung des Energiesektors. Dänemark und Baden-Württemberg teilen das Bestreben, bis 2050 im Einklang mit dem Pariser Übereinkommen, Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Es ist daher sinnvoll, unsere Partnerschaft zu stärken “, sagte der stellvertretende Direktor der dänischen Energieagentur, Martin Hansen.

Erfahrungsaustausch zwischen Dänemark und Baden-Württemberg

Dänemark und Baden-Württemberg haben bereits 2017 ein Abkommen unterzeichnet, das sich auf den Austausch von Wissen und Erfahrungen im Energiebereich konzentriert, zur verstärkten Zusammenarbeit für die effiziente Nutzung von Energie. Das Abkommen hat zu einer engen Zusammenarbeit geführt, bei der sich beide Parteien gegenseitig zum Nachdenken über umweltfreundliche Lösungen inspirieren möchten. Die Zusammenarbeit konzentriert sich u.a. auf Wärmeplanung, Energieeffizienz von Gebäuden,  Niedertemperatur-Fernwärme und die Integration erneuerbarer Energiequellen.

Es wird ein engerer bilateraler Dialog zur Wärmeplanung im Zusammenhang mit Fernwärmeprojekten im Bundestaat geführt. Umgekehrt kann sich Dänemark von Baden-Württembergs Erfahrungen mit Serienrenovierung und Wärmeüberschuss inspirieren lassen.

Die bisherige enge Zusammenarbeit beider Länder ist ein Erfolg, weil wir uns gegenseitig helfen können. Im Bereich der erneuerbaren Energien sehen wir uns als strategische Partner. Um den Klimawandel zu bekämpfen, begegnen wir globalen Herausforderungen und stellen uns ihnen mit innovativen Technologien und Lösungen. Nur so können wir sicherstellen, dass wir den folgenden Generationen einen lebenswerten Planeten überlassen “, sagte Franz Untersteller.

Dänemark ist mehr als ihre starke Windkraftindustrie

Grüne Lösungen in Dänemark werden oft mit der Windindustrie gleichgestellt. Jedoch hat Dänemark neben dieser Stärke auch in Bereichen wie Energieeffizienz, Fernwärme und Wassertechnologien viel zu bieten.

Hierunter finden Sie eine Übersicht der Lösungen, die Minister Franz Untersteller und seine Delegation in Dänemark besichtigten:

Dänemark und Baden-Württemberg

Das Amager Resource Centre (ARC) produziert seit 1970 Fernwärme und seit 1990 Strom. 1991 nahm ARC den Betrieb von Recyclinganlagen im Hauptstadtbereich auf. ARC sorgt für eine umweltgerechte und optimale Nutzung der im Abfall enthaltenen Ressourcen. ATC ist ständig bestrebt, die Umweltaspekte bei der Verarbeitung der Abfälle der Hauptstadt zu verbessern..

 

Dänemark und Baden-Württemberg

Die Aktivitäten von Aarhus Vand umfassen Regenwasserentsorgung (einschließlich Klimaanpassungsprojekte), Erzeugung und Distribution von Trinkwasser, Transport und Reinigung von Abwasser, Entleerung von privaten Speichertanks sowie die Sicherstellung eines ausgeglichenen und gesunden Wasserkreislaufs. Die Mission ist, während des gesamten Wasserkreislaufs ressourceneffiziente Dienstleistungen anzubieten und zu entwickeln, um ein klimagerechtes, gesundes Umfeld, Wachstum und Export zu schaffen, von dem alle Kunden und Stakeholder profitieren.

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Dänemark und Baden-Württemberg

Henning Larsen Architects ist ein internationales Architekturunternehmen mit starken skandinavischen Wurzeln. Das Ziel ist lebendige, nachhaltige Gebäude zu schaffen, die über sich hinausreichen und für den Nutzer sowie für die Gesellschaft und Kultur, in die sie eingebaut sind, von dauerhaftem Wert sind..

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Dänemark und Baden-Württemberg

Von 2015-2019 nutzt das Projekt EnergyLab Nordhavn – New Urban Energy Infrastructures Kopenhagen’s Nordhavn als vollwertiges intelligentes Stadtenergielabor und zeigt, wie Strom und Wärme, energieeffiziente Gebäude und elektrischer Verkehr in ein intelligentes, flexibles und optimiertes Energiesystem integriert werden können.

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Dänemark und Baden-Württemberg

Kopenhagen hat das Ziel, bis 2025 die erste klimaneutrale Hauptstadt zu werden. Unterstützt wird das Ziel durch den Klimaplan CPH 2025, den der Stadtrat 2009 verabschiedet hat. Mittelfristiges Ziel war es, die CO2-Emissionen bis 2015 um 20% zu reduzieren. Diese wurde bereits 2011 erfüllt. Seit 1995 hat Kopenhagen die CO2-Emissionen um 50 Prozent reduziert. Der CPH 2025 Climate Plan ist ein ganzheitlicher Plan mit einer Sammlung von spezifischen Zielen und Initiativen in vier Schwerpunktbereichen: Energieverbrauch, Energieerzeugung, Grüne Mobilität und Initiativen der Stadtverwaltung.

Dänemark und Baden-Württemberg

In enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und den vielen Wissensinstitutionen der Stadt wird Aarhus ihre CO2-Emissionen reduzieren und intelligente Lösungen und umweltfreundliches Wachstum schaffen. Innovative Demonstrationsprojekte sichern den Exportvertrieb von einheimischen Klimalösungen ins Ausland, ziehen internationale Investitionen an und erfüllen das Ziel, bis 2030 CO2-neutral zu sein.

 

Photo: KEFM, Dänisches Ministerium für Klima, Energie und Versorgung

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