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Die Solarzellen von morgen gibt es in allen Farben und Mustern

State of Green
18.09.2019

Unansehnliche Solaranlagen auf Dächern sollen der Vergangenheit angehören. Ein neues dänisches Forschungsprojekt will herausfinden, wie man Solarzellen in das Dach oder die Fassade der Gebäude so integrieren kann, dass sie nicht sichtbar sind - und wie man Solarzellen in allen Farben und Mustern herstellen kann.

In einem neuen Forschungsprojekt testet und verfeinert die Technische Universität Dänemark (DTU) gemeinsam mit dem Dänischen Technologischen Institut  und einer Reihe von Unternehmen einen neuen Typ von Solarzellenmodulen, die unter anderem einfärbbar sind, so dass sie in das Erscheinungsbild des jeweiligen Gebäudes integriert und angepasst werden können.

„Eines der Dinge, die wir im Projekt untersuchen, ist, wie die Solarzellenmodule gefärbt werden können, ohne ihre Leistung zu beeinträchtigen. Der Energieverbrauch in Gebäuden macht fast 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Dänemark aus, und die Integration von Solarzellen in Baumaterialien wird daher immer wichtiger, um bis 2050 unabhängig von fossilen Brennstoffen zu werden“, erklärte Peter Poulsen von der DTU, der den Forschungsteil des neuen Projekts leitet.

– Ähnliche Nachricht: Solarzellen, die den Standby-Verbrauch decken.

Neues Färbeverfahren

Viele verschiedene Methoden zur Färbung von Solarzellen wurden bereits getestet – sowohl in Dänemark als auch international. Die Herausforderung besteht darin, dass die Färbung leicht die Fähigkeit der Solarzellen, Sonnenlicht einzufangen, zu verringern droht.

Danish Solar Energy Ltd. hat jedoch nun ein Verfahren zur Herstellung von farbigen Solarzellenmodulen entwickelt. Bei diesem Verfahren werden die Solarzellen hinter einer speziellen transparenten Folie installiert, die die Solarzellen verbirgt, ohne ihre Leistung zu beeinträchtigen. Die Folie hat den Vorteil, dass sie in der gewünschten Farbe eingefärbt werden kann. Und das ist die Methode, die wir jetzt durch unsere Forschung weiterentwickeln“, sagt Peter Poulsen.

Nach Abschluss des Projekts sollte es hoffentlich zu einer neuen Art von Solarzellenmodulen kommen, die an die unterschiedlichen Anforderungen der meisten Gebäude und Kunden angepasst werden können. Um ästhetische Lösungen zu gewährleisten, sind auch Architekten in das Projekt eingebunden.

„Stellen Sie sich ein Firmenlogo mit eingebauten Solarzellen vor, so dass das Logo zusammen mit dem Rest des Daches Energie produziert, ohne dass die Solarzellen sichtbar sind. Das ist es, was wir erreichen wollen. Ziel ist es, Solarzellen so einzufärben, dass sie Fliesen, Schiefer und Muster ähnlich sind und sich an nahezu alle Gebäude anpassen lassen“, sagt Peter Poulsen.

Er fügt hinzu, dass die Projektarbeit auch Versuche beinhaltet, eingefärbte Solarzellenmodule mit Isolierung zu kombinieren, bei denen die Solarzellen mit Isolierplatten zur Vermeidung von Energieverlusten versehen werden.

Neues Labor testet die Lösungen

Die Projektlösungen werden in einem neuen Solarzellenlabor getestet, das gerade auf dem DTU Risø Campus gebaut wurde, um Forschern und der Industrie Zugang zu ermöglichen, Solarmodule aller Art und Größe zu entwickeln, zu bauen und zu testen.

„In Dänemark können wir bei der Herstellung kostengünstiger Solarzellen nicht konkurrieren. Wir können jedoch dazu beitragen, die technologischen Lösungen von morgen zu sichern, wenn es um gebäudeintegrierte Lösungen geht. Wir verfügen über einige starke Unternehmen und umfangreiches Know-how, das uns in der Zusammenarbeit an die Spitze bringen kann. Und jetzt haben wir auch optimale Bedingungen, um die Lösungen in unserem neuen, hochmodernen Labor zu testen“, erklärte Peter Poulsen.

Er erwartet, dass die neuen farbigen Solarzellenmodule im Projekt im Jahr 2020 fertig sein werden.

Projektpartner

  • Das Dänische Technologische Institut verfügt über Expertise in den Bereichen Baumaterialien und Solarzellensysteme.
  • ROCKWOOL produziert Produkte auf Steinwollebasis und arbeitet mit Danish Solar Energy Ltd. bei der Entwicklung eines Solarzellendachprodukts zusammen.
  • Danish Solar Energy Ltd. hat das neue Moduldesign erstellt und betreibt eine der wenigen dänischen Produktionsstätten für Solarzellenmodule.
  • Solartag hat Erfahrung mit Solarmodulen für Dach- und Montagesysteme und führt die praktische Bewertung des Systems durch und baut die Demo-Systeme.
  • Die architektonische Gemeinschaftsprojekt EFFEKT überwacht die Produktentwicklung aus ästhetischer Sicht.
  • SolarCityDenmark trägt zur Verbreitung der Ergebnisse bei.

Das Projekt wird durch das Energy Technology Development and Demonstration Program (EUDP) unterstützt – ein öffentliches Förderprogramm zur Förderung neuer Energietechnologien.

Quelle: DTU
Photo: Jorge Garrido

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