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Dänische Kommunen bündeln Kräfte für nationales Klima-Tool

27.06.2019

Wie kann man kommunale CO2-Emissionen messen? Und wie kann man die CO2-Berichte der Kommunen vergleichen? Das Tool „Energie- und CO2-Bilanz“ kann genau dies. Das Tool hat nun durch eine Zusammenarbeit der Dänischen Energieagentur, KL, Realdania, der Hauptstadtregion und 29 Kommunen aus ganz Dänemark eine Neuauflage bekommen.

In den letzten Jahren hat die Dänische Energieagentur (DEA) das Tool „Energie- und CO2-Bilanz“ (dänisch: Energi- og CO2-regnskabet) weiterentwickelt. Das Tool dient dazu, dass Kommunen jährlich ihre Treibhausgasemissionen einheitlich berechnen können. Derzeit ist das Online-Tool als Beta-Version verfügbar und wird schrittweise weiterentwickelt, je nach dem wie das Tool verwendet wird. Um sich Besitzt über die Energie- und CO2-Bilanz zu sichern und die Weiterentwicklung des Tools sicherzustellen, haben eine Reihe Kommunen eine Zusammenarbeit mit der DEA, KL – Local Government Denmark und der Union Realdania eingegangen, um mit Hilfe des Energieforum Dänemark und Gate 21 das allgemeine Werkzeug ins Ziel zu bringen.

Die Energie- und CO2-Bilanz ist wichtig, da es allen Kommunen – großen sowie kleinen – eine simple und kostengünstige Möglichkeit bietet, Treibhausgasemissionen jährlich zu berechnen und damit Zahlen und Fakten für die kommunale Klima-Bilanz zur Verfügung stellt. Genau dies ist äußerst wichtig, damit die Kommunen sehen können, dass sie Klima-beziehend in die richtige Richtung arbeiten. Ein weiterer Vorteil ist, dass es eine einheitliche Methode ist, die es einfacher macht, bei Lösungen über kommunale Grenzen hinweg zusammen zu arbeiten und dabei Erfahrungen miteinander zu teilen“, sagt Poul Erik Lauridsen, Geschäftsführer von Gate 21 und unterstreicht, dass es noch immer möglich ist für Kommunen einen Teil der Zusammenarbeit zu werden.

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Kommunen gewinnen Einfluss durch kleinere, jährliche Beiträge

Energie- und CO2-Bilanz wurde bisher von der DEA in Zusammenarbeit mit KL und Realdania entwickelt. Die drei Parteien werden zukünftig Teil der Lenkungsgruppe sein, deren sich nun drei Kommunen anschließen. Die DEA ist die formelle Eigentümerin des Tools. Die Kommunen, die sich am Projekt beteiligen, werden durch eine Arbeitsgruppe direkten Einfluss nehmen können, die Vorschläge ausarbeitet, auf welche Herausforderungen konzentriert werden soll. Zugang zum Tool kostet eine Kommune jährlich 15.000 DKK (~2.000 EUR) und damit ist auch der Zugang zur Teilnahme an der Entwicklung von Energie- und CO2-Bilanz gewährleistet.

Realdania hat soeben eine neue zweijährige Bewilligung genehmigt, die nicht nur einen grundlegenden Beitrag zur Entwicklung des Tools gewährleistet, sondern auch die Beiträge, die Kommunen in 2019 und 2020 einbezahlen verdoppelt. Vorgesehen ist, dass die Bewilligung die Entwicklung des Werkzeugs beschleunigen soll und die kommunale Verankerung gestärkt wird, damit das Werkzeug nach einer Übergangszeit an die Kommunen übergehen kann.

Das überarbeitete Energie- und CO2-Bilanz soll Kommunen die strategische Arbeit mit Klima- und Energieplanung erleichtern. Angesichts der gegenwärtigen globalen Klimasituation ist es unerlässlich, dass Städte weltweit die besten Möglichkeiten erhalten, einen Beitrag zur Lösung der klimapolitischen Herausforderungen zu leisten. Wir haben eben das Klimaprojekt DK2020 lanciert, in dem 20 dänische Kommunen dabei sind, mit Hilfe der weltweit führenden Klimastädte, ehrgeizige Klimapläne zu entwickeln. Unter anderem in diesem Projekt kann das wiederlancierte Tool sehr nützlich sein. Wir freuen uns darauf, eng mit den Kommunen in ganz Dänemark zusammenzuarbeiten, um das Tool weiterzuentwickeln“, sagt Jesper Nygård, CEO von Realdania.

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Kommunen erhalten mehr Nutzen durch Energie- und CO2-Bilanz

Die jährliche Ko-Finanzierung des Instruments durch die Kommunen ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass viele Kommunen bereits jährlich über Klima und Energie buchführen. Dies fordert häufig viele Ressourcen und kann insbesondere für kleinere Kommunen kostspielig sein. Dies bedeutet auch, dass die lokale Buchführung der Kommunen häufig unterschiedliche Datenquellen und Methoden aufweisen.

Mit einer gemeinsamen Energie- und CO2-Bilanz können die Kommunen Ressourcen einsparen – und nicht zuletzt messen, ob ihre eigenen Klimabemühungen zu grünen Zahlen in der Klimarechenschaft führen – auch wenn mit der Nachbarkommune verglichen. Gleichzeitig können wir sicherstellen, dass das Tool direkt in internationalen Berichterstattungsnormen einfließen kann – wie beispielsweise der Global Covenant of Mayors“, sagt Lars Thygesen, Vorsitzender des Energieforum Dänemark, und schließt ab mit:

Wir hoffen, dass viele Kommunen die vielen Vorteile einer gemeinsamen Fortführung von Energie- und CO2-Bilanz wahrnehmen, so dass wir einen umfassenden Überblick über Treibhausgase in Dänemark erhalten, der regelmäßig aktualisiert wird.“

Die Zusammenarbeit besteht seit Ende 2018 und wurde auf einer Sitzung des Lenkungsausschusses am 30. April 2019 offiziell eingeleitet. Das Projekt läuft vorläufig bis Ende 2020, danach ist geplant, dass das Eigentum des Tools an die Kommunen übergeht.

Weitere Informationen zur Energie- und CO2-Bilanz finden Sie auf der Website der Dänischen Energieagentur (dänisch).

Kontakte
– Martin Dam Wied, Gate 21(+45) 2750 3671
– Dorte Nørregaard Larsen, Energiforum Danmark, (+45) 4074 3040
– Pelle Lind Bournonville, Realdania, (+45) 2969 5206


Über Energie- und CO2-Bilanz
Energie- und CO2-Bilanz gibt einen Überblick über die CO2-Emisionen in Dänemark, die auf die Gemeinden des Landes verteilt sind. Kommunen im ganzen Land haben über mehrere Jahre hinweg Daten zu CO2-Emissionen gesammelt und CO2-Berechnungen aufgestellt, aus denen hervorgeht, wie viel CO2 die Kommune beispielsweise aus Produktion, Verkehr und privaten Haushältern emittiert.

In der neuesten Version des Tools ist es möglich, Daten auf regionaler Ebene oder über mehrere Kommunen hinweg zu extrahieren.


Original Text: Dänische Energie Agentur
Photo: Colourbox

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Melissa Kälin