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CO2-Emissionenreduktion in der dänischen Zementindustrie

05.11.2019

Mit einer wachsenden Bevölkerung und einer zunehmenden Urbanisierung wird die Zementindustrie voraussichtlich für viele Jahre wachsen. Dies bedeutet auch eine Steigerung des Kohlendioxidgehalt, da die Industrie für ungefähr 7 Prozent der globalen Brutto-Emissionen verantwortlich ist. Ein dänischer Zementproduzent zeigt vor, wie CO2-Emissionen 60-70 Prozent reduziert werden könnten.

Laut der International Energy Agency ist die Zementindustrie für ungefähr 7 Prozent der globalen Brutto CO2-Emisionen verantwortlich. Die Produktionsmethoden der Industrie benötigen ein hohes Hitze-Niveau und resultieren dadurch in einem hohen Energieverbrauch.

Dänemarks einziger Zementhersteller, Aalborg Portland, liefert seit 130 Jahren ihre Produkte in alle Ecken der Welt und ist heute der weltgrösste Exporteur von weißem Zement.

Aalborg Portland stößt per Tonne Standard Zement der die Firma produziert mehr als 800 Kilo CO2 aus. Dies macht den Hersteller zum alleinigen Verantwortlichen von 2 Prozent der dänischen CO2-Brutto-Emissionen, schreibt die dänische Tageszeitung Information.

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Der Wechsel zu alternativen Materialien alleine ist nicht genug

Obwohl Zement und Beton große Klimasünder sind ist es schwer sich eine Welt ohne vorzustellen. Die globale Nachfrage nach Zement wächst stetig und aufgrund des zunehmenden Bevölkerungswachstums und der Urbanisierung werden die Bautätigkeiten der nächsten 40 Jahre, den Bautätigkeiten der letzten 400 Jahre entsprechen.

Anstatt nur alternative Baumaterialien zu erwägen müssen somit Lösungen gefunden werden um die Zement- und Betonindustrie grüner und nachhaltiger zu gestalten. Die guten Neuigkeiten sind, dass das Potenzial für CO2-Emissionsreduktionen in diesen Industrien sehr hoch ist. Aalborg Portland hat bereits einen Plan, wie sie Emissionen um 60-70 Prozent reduzieren werden.

Energie und CO2-Emissionen entkoppeln

Etwa die Hälfte der CO2-Emissionen der Fabrik stammen vom hohen Energieverbrauch während der Produktion. Die andere Hälfte stammt von Kreide und Kalkstein, die einen Teil des Zementmix ausmachen, welche bei Erhitzung große Mengen an CO2 freigeben.

Bezüglich des Energieverbrauchs ist sich der Geschäftsführer von Aalborg Portland, Michael Lundgaard Thomsen, sicher, dass die Emissionen in den nächsten 10 bis 15 Jahren vollständig gesenkt werden können. Dies wird durch den Ersatz fossiler Brennstoffe durch andere Energiequellen erreicht. Aalborg Portland wird unter anderem mehr Abfall als Brennstoff verwenden, Windturbinen für die Energieerzeugung bauen und mehr überschüssige Wärme nutzen, um die Menge der Fernwärmeproduktion für die Umgebung zu erhöhen.

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Kombinierte Lösungen sind Zielführend

Die Klimawirkungen der Materialien sei schwieriger zu reduzieren, erklärte Michael Lundgaard Thomsen gegenüber Information. Aalborg Portland hat jedoch einen Teil der Antwort auf diese Herausforderung entdeckt. Gemeinsam mit Forschern von DTU Byg hat das Unternehmen eine neue Art von Grünzement, Futurecem, entwickelt, mit der weitere 20 Prozent der CO2-Emissionen aus der Zement- und Betonherstellung eingespart werden sollen.

Im neuen Zement wird die Kreide teilweise durch andere Materialien ersetzt, die weniger CO2 freisetzen und weniger Wärme benötigen – und damit weniger Energie. Aalborg Portland hat ein Patent auf das Produkt und geht davon aus, dass es Ende 2020 auf den Markt kommen wird. Folglich kann Aalborg Portland durch den Einsatz bekannter Technologien, die CO2-Emissionen der Produktionsstätte um 60 bis 70 Prozent im Vergleich zu 2018 senken.

Quelle: Information
Photo: Aalborg Portland

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