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Das Gasnetz könnte den Transport erneuerbarer Energien ermöglichen

06.06.2019

Das dänische Gasnetz hat das Potenzial, ein wichtiges Transportmittel für Solar- und Windenergie in der Zukunft zu werden. Mit Wasserstoff als Energieträger kann die Energie gespeichert und durch die Gasleitungen transportiert werden. Energinet testet derzeit, wie viel Wasserstoff das Gasnetz bewältigen kann und die Ergebnisse sind vielversprechend.

Die großen, glänzenden Rohre in der Stadt Varde, Dänemark, sind normale Gasleitungen, genau wie der Rest des dänischen Gasnetzes. Betrachtet man jedoch den Inhalt im geschlossenen System zwischen den entkoppelten Tankstellen in den Dörfern Helle und Agerbæk, zeigt sich ein deutlicher Unterschied. Während Erdgas und Biogas noch im Gasnetz fließen, macht Wasserstoff nun 12 Prozent des Gases im west-jütländischen Netz aus.

Gemeinsam mit dem Danish Gas Technology Centre und IRD Fuel Cells testet Energinet im Projekt „Wasserstoffeinspeisung im Gasnetz“, wie viel Wasserstoff das Netz bewältigen kann. Ziel ist es, einen Wasserstoffanteil von 15% zu erreichen und sicherzustellen, dass das Gasnetz bereit ist, eine wesentliche Rolle bei der Integration der verschiedenen Energiesysteme zu spielen – und dazu beizutragen, das Ziel eines 100-prozentigen CO2-neutralen Energiesystems in Dänemark bis 2050 zu erreichen.

„Durch die Nutzung von Wasserstoff als Energieträger können wir Brücken zwischen dem Strom- und Gassektor schlagen und die Herausforderung der Energiespeicherung von z.B. Windkraftanlagen und Solarzellen lösen. Mit Hilfe von Elektrolyseanlagen kann der Strom in Wasserstoff umgewandelt werden. Darüber hinaus werden wir, wenn wir Wasserstoff im Gasnetz bewältigen können, über eine gut verteilte und gut funktionierende Infrastruktur für Transport und Speicherung verfügen“, sagte Projektleiter Jesper Bruun, Energinet.

In einem Energiesystem, in dem wachsende Mengen an Energie erzeugt werden, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint, ist es eine Herausforderung, die Energie von z.B. Windkraftanlagen in den Perioden zu speichern, in denen die Produktion den Verbrauch übersteigt. Die Umwandlung von Strom in Wasserstoff in Elektrolyseanlagen bietet mehr Möglichkeiten zur Rückgewinnung und Speicherung über das Gasnetz. Wasserstoff kann mit Erdgas kombiniert und in der Industrie oder im Verkehr eingesetzt werden oder an ruhigen Tagen mit Gasturbinen zur Stromerzeugung genutzt werden.

Vielversprechende Ergebnisse

Das Gasnetz ist für Erdgas und nicht Wasserstoff konzipiert. Der Hauptgrund, warum Energinet die Wasserstoffeinspeisung in einem geschlossenen System testet, ist die Größendifferenz der Moleküle – Wasserstoffmoleküle sind im Vergleich zu den Erdgasmolekülen sehr klein. Der Größenunterschied bedeutet, dass ein größeres Risiko für Wasserstoffverlust besteht. Da die Versuchsanlage jedoch noch keinen Wasserstoff verliert und die Anlage ähnliche Komponenten und Rohre wie im übrigen Gasnetz verwendet, sind die aktuellen Ergebnisse positiv für die weitere Testung und Nutzung.

“Wir haben die Tests im Sommer 2017 mit nur 2 Prozent Wasserstoff begonnen und jetzt haben wir den Anteil auf 12 erhöht – immer noch mit sehr guten Ergebnissen. Das sind sehr ermutigende Ergebnisse, denn sie deuten darauf hin, dass wir langfristig Wasserstoff im dänischen Gasnetz transportieren können, ohne wesentliche Veränderungen zum Netz vornehmen zu müssen“, sagte Jesper Bruun.

Bruun weist jedoch auch darauf hin, dass es notwendig sein wird, die Einspeisung in anderen Teilen des Netzes zu testen und verschiedene Teile zu modifizieren, bevor Wasserstoff in das gesamte Gasnetz eingespeist wird. .

Im August 2019 wird der Anteil von Wasserstoff auf 15 Prozent erhöht, und bis Ende 2019 wird das gesamte Projekt evaluiert.

Energinet ist ein unabhängiges öffentliches Unternehmen im Besitz des dänischen Ministeriums für Energie, Versorgung und Klima. Das Unternehmen besitzt, betreibt und entwickelt die Übertragungsnetze für Strom und Erdgas in Dänemark.

Quelle: Energinet

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