Rund 140.000 Wohnungen in Dänemark werden immer noch mit ölbefeuerten Kesseln beheizt. Dies führt zu höheren Heizkosten für die Bewohner. Die Wohnungen befinden sich hauptsächlich in ländlichen Gebieten, wo Fernwärme- und Erdgasnetze keine mögliche Versorgungsoption darstellen. Deswegen hat das dänische Energie-, Versorgungs- und Klimaministerium seit Anfang 2017 ein Projekt mit fünf Unternehmen initiiert, die umlagefinanzierte Wärmepumpen anbieten sollen. Das Programm ist für einen erhöhten Ersatz der ölbefeuerten Kessel auf dem Land gestaltet worden.

„Dies ist eine Hilfe für die vielen Hausbesitzer im ganzen Land, die die ölbefeuerten Kessel ersetzen möchten. Erdöl ist ein teurer Heizungstyp für die Hausbesitzer und stößt auch viel CO2 aus. Die Regierung hat das Ziel, dass bis spätestens 2030 mindestens 50 % des Energiesystems mit erneuerbaren Energien betrieben werden sollen. Bis spätestens 2050 wird Dänemark von fossilen Brennstoffen unabhängig sein. Deswegen ist es entscheidend, dass wir auch den Prozess mit der Ersetzung der ölbefeuerten Kessel ankurbeln“, sagt der dänische Energie-, Versorgungs- und Klimaminister Lars Christian Lilleholt.

Umweltfreundliche Heizung zum vernünftigen Preis
Der Hauptteil der rund 140.000 Wohnungen, die mit Erdöl geheitzt werden, liegen in ländlichen Gebieten. Heute beträgt der Preis einer Wärmepumpe, die einen ölgefeuerten Kessel ersetzen könnte, zwischen EUR 13.000 und 20.000 inkl. der Installation und des Anschlusskosten.

“Leider sind Häuser auf dem Land nicht viel wert und die Kreditinstitute finden es riskant Geld für Wärmepumpe zu leihen. Dies war deswegen nicht eine mögliche Option. Als Fyrfyret mich mit dem Angebot über umlagefinanzierte Wärmepumpen kontaktierte, stimmte ich sofort zu. Ich bezahlte eine Pauschalsumme in Höhe von EUR 3.300 und jetzt bezahle ich EUR 60 pro Monat plus Wärmekosten. Damit habe ich den Kauf einer Wärmepumpe für über EUR 13.000 umgangen und ich erwarte einen Drittel meiner gesamten Wärmekosten zu reduzieren. Das sieht man auch vom ersten Tag im Haushaltsbudget und unsere Heizung ist jetzt auch grüner“, sagt Hausbesitzer Flemming Holmelund aus der Region Nord Funen.

Die umlagefinanzierte Wärmepumpe funktioniert so, dass ein Energieunternehmen die Verantwortung für die Installation, Technologie und Finanzierung übernimmt, während der Hausbesitzer für ihren Wärmeverbrauch, eine einmalige Verbindungsgebühr und eine monatliche Abonnementgebühr bezahlt.

Wir sind eine von mehreren Firmen, die umlagefinanzierte Wärmepumpe anbieten. Das Programm begann im Winter und wir erleben ein großes Interesse an der Versorgung mit grüner Energie verbunden mit einem finanziellen Gewinn. Die neue Möglichkeit ist sowohl für den Geldbeutel der Bürger als auch das Klima attraktiv“, sagt Dennis Jeppesen von der Firma Fyrfyret.

Auch das Unternehmen SustainSolutions erlebt eine große Nachfrage.

”Wir erleben eine positive Ressonanz zur Möglichkeit sich günstiger und umweltfreundlicher mit Wärme im eigenen Haus zu versorgen. Unsere Wärme ermöglicht Flexibilität im Budget, voraussagbare Wärmeausgaben durch den Winter. Außerdem ist es einfach für den Kunden, weil wir uns um alles Praktische kümmern und die Wärmepumpe die existierenden Installationen wie Radiatoren und Fußbodenheizung verwendet. Wir sind stolz diese Möglichkeit mit Unterstützung durch die dänische Energieagentur, Energistyrelsen, anzubieten“, sagt Christian Niepoort von SustainSolutions.

Die Entwicklung eines neuen Marktes
Das Programm ist Teil der Vereinbarung über die Umsetzung der Energiereserve für den Zeitraum 2016 bis 2018 durchgeführt. EUR 3.3 Millionen wurden für die nächsten drei Jahre an fünf Unternehmen vergeben, welche sie im Rahmen eines von der dänischen Energieagentur durchgeführten Ausschreibungsverfahrens erhielten.

Mit der Kooperation wird jedes der fünf dänischen Unternehmen bei der Installation von 350 Wärmepumpen bis 2019, insgesamt 1750 Wärmepumpen, unterstützt. Die Unterstützung der Unternehmen wird stufenweise reduziert, da die Unternehmen in diesem Bereich Wissen und Kapazität aufbauen. Der Zweck ist sicherzustellen, dass auf lange Sicht ein Markt für umlagefinanzierte Wärmepumpen entsteht, und auch ohne Unterstützung existieren kann.

”Hier geht es um eine Kooperation mit der Wirtschaft, mit der wir zusammen einen neuen Markt für Wärmepumpen etablieren. Wenn der Hausbesitzer bevorzugt selber für die Finanzierung der Wärmepumpe verantwortlich zu sein, kann das auch eine gute Lösung sein, aber jetzt hat man die Möglichkeit dazwischen zu entscheiden“, sagt Energie-, Versorgungs- und Klimaminister Lars Chr. Lilleholt.