Während die Wintertemperaturen in der nördlichen Hemisphäre sinken, wird erneuerbare Wärme zunehmend genutzt, um den Heizbedarf zu decken. Es ist jedoch noch ein weiter Weg, bis der Anteil der erneuerbar erzeugten Wärme an die Versorgung aus fossilen Brennstoffen, die derzeit weltweit mehr als drei Viertel der Wärmeproduktion bereitstellen, heranreichen wird. Fossile Energieträger führen zu erheblichen CO2-Emissionen und in einigen Fällen zu lokaler Luftverschmutzung.

Erneuerbare Wärmeoptionen, einschließlich Bioenergie, Solarthermie und Geothermie, sind wesentlich nachhaltigere Optionen als fossile Brennstoffe, stoßen jedoch auf zahlreiche wirtschaftliche und nicht-wirtschaftliche Barrieren. Während viele Länder ihre Politik auf erneuerbar erzeugte Elektrizität ausrichten, wird erneuerbare Wärme viel weniger beachtet.

Dies stellt eine massive Chance für Emissionsreduktionen dar, da der Wärmeverbrauch mehr als 50% des gesamten Endverbrauchs ausmacht. Trotz dieser Bedeutung bleibt Wärme der schlafende Riese der Energiepolitik.

Einige Länder spielen bei der Dekarbonisierung der Wärmeversorgung eine Vorreiterrolle. Zum Beispiel werden fast 70% der schwedischen Wärme aus erneuerbaren Energiequellen geliefert, mit beeindruckenden Anteilen auch in Dänemark (50%) und Finnland (40%). Ein Grund für diesen Erfolg sind weit reichende öffentliche Fernwärmenetze, die über Jahrzehnte hinweg entwickelt wurden, verbunden mit langfristigen Ambitionen, auf erneuerbare Energien umzusteigen.

Erneuerbare Wärme wird in diesen Ländern zunehmend auch in Gebäuden ohne Fernwärme sowie in der Industrie eingesetzt. Zu den wichtigsten politischen Instrumenten zur Unterstützung dieses Umschwungs gehörten CO2-Steuern und Investitionsanreize, oft in Verbindung mit Regulierungsmaßnahmen. Zum Beispiel hat Dänemark die Verwendung von Heizungen mit fossilen Brennstoffen in bestimmten Arten von Gebäuden eingeschränkt.

Andere Länder wie China, Frankreich, Deutschland, die Niederlande und das Vereinigte Königreich bauen langsam ihre Fernwärmenetze aus und wechseln zu erneuerbaren Wärmeoptionen.

In Ländern mit ausgedehnten Erdgasnetzen gestaltet sich der Wechsel schwieriger. Um Barrieren zu überwinden, werden eine Reihe von politischen Instrumenten eingesetzt, z. B. die Verpflichtung zu erneuerbaren Wärmequellen in Bauvorschriften und eine Reihe von finanziellen Anreizen. Lokale Versorger können dabei wichtige Treiber des Wandels sein, mit ehrgeizigen Zielen für erneuerbare Wärme, beispielsweise in Paris und München.

Excel-Tool der Dänischen Energieagentur zur Bewertung von Kosten und Nutzen der Fernwärme auf der Basis dänischer Erfahrungen

Natürlich werden die Konzepte für erneuerbare Wärme je nach bestehender Infrastruktur und erneuerbaren Ressourcen in den einzelnen Ländern unterschiedlich sein. Die meisten Länder werden einige Möglichkeiten (z. B. Biogaserzeugung für Wärme aus organischen Abfällen), die schnell umgesetzt werden können und mehrere zusätzliche Vorteile bringen, realisieren.

Unabhängig davon, welche politischen Optionen verfügbar sind, muss der Einsatz erneuerbarer Wärme beschleunigt werden, um eine langfristige saubere Energiewende und die globalen Emissionsreduktionsziele zu erreichen. Dies bedeutet, dass die politischen Entscheidungsträger dem Thema Wärme mehr Aufmerksamkeit widmen müssen, langfristige Ziele setzen, einen integrierten Ansatz mit Energieeffizienz verfolgen und wirksame Maßnahmen für die zentralen Hindernisse entwickeln müssen. Mit den entsprechenden Strategien und Richtlinien kann die Weltgemeinschaft den richtigen Weg für den Wandel zu einer sauberen Wärmeversorgung für Gebäude und Industrie einschlagen.

Quelle: International Energy Agency

Weiterführende Informationen zur Planung und Regulierung des dänischen Fernwärmesystems der Dänischen Energieagentur