Entwicklung in Richtung Kreislaufwirtschaft

Die UN schätzt, dass die Bevölkerungszahl jedes Jahr um 83 Millionen Menschen ansteigt. Dies bedeutet, dass 83 Millionen Einwohner mehr auf einen Anteil der Ressourcen der Welt angewiesen sind, so dass sie zumindest ernährt und gekleidet sind, ein Dach über dem Kopf haben und ein Licht anschalten können. 

Obwohl eine erschütternde Anzahl an Ungleichheiten bestehen, werden stetig mehr Weltbürger aus der Armut gehoben. Indem sie sich der beständig wachsenden Mittelklasse anschließen, entsteht die Nachfrage für Verbrauchsgüter und die Aneignung westlicher Verbrauchsstrukturen. 

Diese Entwicklung hat das Ressourcenvermögen unseres Planeten unter Druck gebracht. Unsere Natur kann erst in 1.5 Jahren regenerieren, was in 1 Jahr von den Bewohnern der Erde konsumiert wird. Wir konsumieren verantwortungslos und im Übermaß.  

Der Stand der Gegenwart kann nicht fortgesetzt werden. Obwohl große Fortschritte im Bereich Ressourcen-Effizienz gemacht worden sind, ist dies nicht genug um den Schaden an unserem Planeten zu stoppen. Wir benötigen eine neue Denkweise und ein neues Wirtschaftsmodell.   

Die Kreislaufwirtschaft als Lösung zu diesen Herausforderungen geht weit über das Normalmaß, lediglich der effizientere Gebrauch von Ressourcen, hinaus. Stattdessen sollen wir wiederverwenden, wiederverwerten, reparieren und teilen. Im Wesentlichen bedeutet es das Ende der Verschwendung und eine Chance für die Gestaltung einer neuen Art des integrativen, inklusiven, nachhaltigen wirtschaftlichen Wachstums.

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Unser hervorgehobener Inhalt

Nach Schätzungen der UNO steigt die Bevölkerungszahl der Erde jedes Jahr um etwa 83 Millionen Menschen. Dies bedeutet, dass 83 Millionen Einwohner zusätzlich auf einen Anteil der Ressourcen der Welt angewiesen sind, so dass sie zumindest ernährt und gekleidet sind, ein Dach über dem Kopf haben und ein Licht anschalten können. Während sich das Bevölkerungswachstum mittlerweile verlangsamt, stieg die Weltbevölkerung in den letzten 100 Jahren drastisch von etwa 1,5 Milliarden auf 6 Milliarden. 

Obwohl eine erschütternde Menge an Ungleichheiten bestehen, werden stetig mehr Weltbürger aus der Armut gehoben. Indem sie sich der beständig wachsenden Mittelklasse anschließen, entsteht die Nachfrage für Verbrauchsgüter und die Aneignung westlicher Verbrauchsstrukturen. 

Das rasante Bevölkerungswachstum, in Kombination mit einer immer größer werdenden Mittelschicht, belastet die Ressourcen des Planeten. Infolge der Industrialisierung der Welt, hat die Menschheit lineare Produktions- und Konsummodelle eingeführt: Wir haben Verhaltensmuster des Produzierens, Konsums und Verwerfens normalisiert. Es dauert anderthalb Jahre, bis die Natur wieder regeneriert, was die Bewohner des Planeten in einem Jahr verbrauchen. Wir konsumieren unverantwortlich und im Übermaß. Was wir in 1 Jahr konsumieren, braucht unsere Natur 1.5 Jahre zu regenerieren. Wir konsumieren verantwortungslos und im Übermaß. 

Der Stand der Gegenwart kann nicht fortgesetzt werden. Obwohl große Fortschritte im Bereich Ressourcen-Effizienz gemacht worden sind, ist dies nicht genug um den Schaden an unserem Planeten zu stoppen. Wir benötigen eine neue Denkweise und ein neues Wirtschaftsmodell.   

Die Kreislaufwirtschaft: Das Ende der Verschwendung?
Als Antwort auf diese Herausforderungen und der Erkenntnis, dass die derzeitige Situation nicht tragfähig ist, wurde ein neues Wirtschaftsmodell vorgeschlagen. Das als Kreislaufwirtschaft bekannte Modell geht weit über die effizientere Nutzung von Ressourcen hinaus und die Stichworte wie Wiederverwendung, Recycling, Reparatur und gemeinsame Nutzung beinhaltet. Im Wesentlichen bedeutet dies ein Ende der Verschwendung und die Chance, eine neue Art von Wirtschaftswachstum zu schaffen. 

Was bedeutet das in Praxis? Es bedeutet, unser Verständnis von Abfall radikal zu verändern, von etwas, das weggeworfen werden muss, zu etwas, das eine wertvolle Ressource ist. Ein Beispiel ist die Behandlung von Biomasse aus der Lebensmittelindustrie. Upcycling derer in Bioraffinerien kann zur Wiederverwendung der Nährstoffe, die in neue biobasierte Produkte verwandelt werden, in einer Reihe von Wertschöpfungsketten führen. Ein anderes Beispiel ist die Kombination von Reinigung von Abwasser, die Nutzung des gereinigten Abwassers für Bewässerungszwecke und die Wiederverwendung des (getrockneten) Klärschlamms zur Herstellung von Holzkohle. Auch die Energieerzeugung kann kreisförmig genutzt werden, indem überschüssige Energie aus Kühlanlagen zur Fernwärmeversorgung von Wohnhäusern verwendet wird. 

Es bedeutet, die Entwicklung der Sharing Economy zu fördern, in der wir Produkte und Dienstleistungen teilen oder mieten, anstatt sie persönlich zu besitzen. Ein Beispiel sind Online-Community-Plattformen, wie solche für Mitfahrgelegenheiten, die es ermöglichen dass sich mehr Menschen zu einer Autofahrt zusammentun, anstatt je in einem Auto sitzen. Dies macht es billiger für Fahrer und Passagiere, reduziert den Straßenverkehr und senkt die CO2-Emissionen.  

Es bedeutet bei Entwurf und Bau umfassende Lebenszyklusanalysen anzuwenden, damit Produktionsfaktoren für den Produktionsprozess einfach getrennt werden können und aus erneuerbaren Quellen stammen, oder alternativ so wenig Chemikalien wie möglich enthalten. Es bedeutet Cradle-to-Cradle-Design, so dass ein Produkt entsteht, das auch wiederverwendet, repariert, aufgearbeitet oder demontiert und am Ende seiner Lebensdauer recycelt werden kann. Dies wird als das Zusammenschließen des Kreislaufs bezeichnet. Ein Beispiel dafür könnte die Gestaltung biologisch abbaubarer Verpackungen für Lebensmittel sein. Ein anderes Beispiel ist das Recycling von Bauschutt und dessen Verwendung zur Isolierung von Gebäuden. 

Wo anfangen?
Der Übergang in eine tatsächliche Kreislaufwirtschaft steckt noch in den Kinderschuhen. Die zu bewältigenden Herausforderungen und die Prozesse, die in Angriff genommen werden müssen, variieren je nach Umständen eines Landes. Für ein Land könnten Abfallbewirtschaftungsmodelle entwickelt werden, die es den Bürgern ermöglichen, ihren Müll zu sortieren. In einem anderen Land könnte es das Sicherstellen optimaler Rahmenbedingungen sein, die Unternehmen helfen, ihre Geschäftstätigkeit und Produktion kreisförmiger zu gestalten. Ein Teil der Entwicklung in Richtung Kreislaufwirtschaft beinhaltet auch das Erkennen, dass vorübergehende Lösungen notwendig sein können, die den Übergang erleichtern, aber durch technologisch oder ökologisch bessere Maßnahmen ersetzt werden können, sobald sie verfügbar sind. Um beispielsweise Müllhalden zu reduzieren, die zur Emission des stark umweltschädlichen Gases Methan führt, können Strategien für die Energiegewinnung aus Abfall eingeführt werden. Dies beinhaltet die Verbrennung von Restmüll in Kraftwerken, der so durch in Energie umgewandelt wird. Abfallverwertungsstrategien sind Beispiele für Maßnahmen, die den Abfall so weit wie möglich begrenzen, während immer noch Produkte geschaffen werden, die nicht vollständig wiederverwendet werden können. 

Während die Schritte in Richtung Kreislaufwirtschaft vielfältig sind, ist es klar, dass der Übergang Partnerschaften zwischen verschiedenen Sektoren und den Einsatz verschiedener Disziplinen sowie die Entwicklung von Marktmechanismen erfordern wird, die durch politische Regulierungen und eine solide Politik unterstützt werden. 

Die Möglichkeit Ressourcenproduktivität und -verbrauch durch die Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft zu optimieren, bietet ein enormes ungenutztes Potenzial – nicht nur mit Hinblick auf das Wirtschaftswachstum, sondern auch in Bezug auf Vorteile für den Planeten. 

Ein gemeinsamer Bericht der Ellen MacArthur Foundation und des McKinsey Center for Business and Environment schätzt, dass das europäische BIP um bis zu 7 Prozent steigen könnte, wenn der Kontinent zirkuläre Geschäftsmodelle einführen würde, mit zusätzlichen positiven Beschäftigungseffekten. Außerdem würden sich die CO2-Werte halbieren und der primäre Ressourcenverbrauch drastisch sinken. Darüber hinaus kann ein Kreislaufwirtschaftsansatz dazu beitragen, mehrere Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen zu erreichen. 

Dänemark: Eifrig, die Neuausrichtung zu unterstützen
Als eines der am meisten abfallproduzierenden Länder der Welt wurde Dänemark motiviert, aktiv zu werden. Es gibt einen starken politischen Willen und starkes Engagement und Ambitionen des öffentlichen und des privaten Sektors – denn wir sehen in der Kreislaufwirtschaft Chancen für neue Geschäftsmöglichkeiten und ein größeres Wirtschaftswachstum. Im Jahr 2016 hat die dänische Regierung ein Beratungsgremium für die Kreislaufwirtschaft gegründet. Der Ausschuss bestand aus öffentlichen und privaten Experten und verfasste einen Bericht für die Regierung, der Empfehlungen enthielt, wie Dänemark der Verwirklichung einer Kreislaufwirtschaft näher kommen kann. Derzeit ist die Regierung mit Abwägungen beschäftigt, wie diese Empfehlungen umzusetzen sind. Die dänische Regierung setzt auch auf nationale Abfallvermeidungs- und Abfallbewirtschaftungsstrategien, die höhere Gebühren für die Entsorgung von Abfällen erhoben und die Verbrennung bestimmter Arten von Materialien verboten haben. 

Als führendes Land in Bezug auf Technologieübernahme und Digitalisierung ist Dänemark auch bestrebt, das Wachstum der Sharing Economy über Online-Sharing-Plattformen zu fördern und Online-Ressourcen einzurichten, um Unternehmen und Bürger bei der Reduzierung und Neudenken von Abfällen zu unterstützen. Darüber hinaus hat das Land eine lange Tradition, in hochwertige Forschungseinrichtungen zu investieren, die eng mit der Industrie verbunden sind. Dies erleichtert der Industrie und Wissenschaft die Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Produkten und Lösungen, die die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft berücksichtigen. Diese Fähigkeit, bereichsübergreifende Partnerschaften zu schaffen, in der die Industrie, Regierungsorganisationen, der Privatsektor und normale Bürger eingebunden sind und sich aktiv beteiligen, ist eine wesentliche Stärke der dänischen Geschäftswelt. 

Diese Faktoren, in Kombination mit einem langjährigen Schwerpunkt auf der Entwicklung innovativer Lösungen und der Wertschätzung von Design, das auf Qualität und Einfachheit basiert, tragen dazu bei, dass dänische Architekten, Designer und Produktionsunternehmen ihren Beitrag zum Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft leisten. Diese Bemühungen haben dazu geführt, dass Dänemark im Jahr 2015 mit dem „Young Global Leaders Award“ des Weltwirtschaftsforums (WEF) „The Circulars“ ausgezeichnet wurde, weil es eine weltweite Vorreiterrolle bei der Nutzung des Potenzials der Kreislaufwirtschaft einnimmt. 

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Offensichtlich gibt es viel zu tun. Dies erfordert ein radikales Umdenken in der Art und Weise, wie wir produzieren und konsumieren. Der politische Wille ist jedoch ebenso präsent wie das Engagement und die Ambitionen des privaten und des zivilen Sektors. In Dänemark sehen wir in der Kreislaufwirtschaft ein enormes Potenzial für inklusives, nachhaltiges Wirtschaftswachstum.
Unternehmen, Industrie und politische Entscheidungsträger können die Vorteile des Übergangs zu einer Kreislaufwirtschaft erkennen, da es Arbeitsplätze schafft, BIP und Exporte erhöht, den Ressourcenverbrauch optimiert und die Produktionskosten senkt. Vor allem aber profitieren auch unser Klima und unsere wertvollen natürlichen Ressourcen, indem wir den Ressourcenverbrauch minimieren und die CO2-Emissionen reduzieren. Wir hoffen, dass auch Sie die Kreislaufwirtschaft auch als großartige Chance zum Wohle Ihrer Wirtschaft, Ihrer Umwelt und Ihrer Bürger sehen können. Finden Sie Dialog, Partnerschaft und Inspiration auf State of Green.