Unsere Zukunft mit nachhaltiger Energie antreiben

Die erbarmungslose Steigung in CO2 Emissionen über die letzten 30 Jahre und die stetig wachsende, globale Nachfrage für haltbare Elektrizität, Temperierung und Transport repräsentieren weltweit eine überaus bedeutende Herausforderung. Steigende Bevölkerungszahlen und eine sichtbar expandierende Mittelklasse setzt die globale Energie-Szene in Bewegung. Die entscheidende Frage ist daher: Wie können wir den Zugang zu sauberer und kostengünstiger Energie für alle gewährleisten und den Klimawandel zu begrenzen, ohne den wirtschaftlichen Fortschritt zu blockieren? 

Verschiedene Länder stehen verschiedenen Energie-Herausforderungen gegenüber. Für die Wandlung in eine kohlenstoffarme Wirtschaft muss jedes Land deshalb ein eigenes, spezifisches Energie-Model finden. Während einige Länder eine Stärkung der Infrastruktur ihres Versorgungsnetzes benötigen, dass eine stabile Energieversorgung gewährleistet ist, müssen andere ihren gesamten Energieverbrauch reduzieren. Manche beruhen ihren Energieverbrauch bereits aus erneuerbaren Energiequellen, während andere in vollem Gange sind ihr Stromnetz zu digitalisieren, führen Sensoren und intelligente Zähler (engl. smart meter) ein und nutzen gesammelte Daten für die Gestaltung von intelligenteren und flexibleren Energiesystemen. 

Der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Gesellschaft kennzeichnet den Paradigmenwechsel im Energiebereich. Entcarbonisierung und wirtschaftliches Wachstum schließen sich nicht gegenseitig aus. Die erfolgreichsten Gesellschaften der Zukunft werden jene sein, welche die nachhaltigsten sind.   

Erkunden Sie die Herausforderung eingehend

Näheres zu erfahren über die nachhaltigen Lösungen zu dieser Herausforderung finden Sie in unserem hervorgehobenem Inhalt

Unser hervorgehobener Inhalt

Eine Fossil-unabhängige Gesellschaft bis 2050
In den vergangenen 40 Jahren hat das dänische Energiesystem einen umfassenden Wandel erfahren. Von den Ölkrisen der 1970er Jahren hart getroffen, wurde uns unsere 99-prozentige Abhängigkeit von Ölimporten unangenehm bewusst. Während sich die ersten Änderungen auf den Ersatz des Ölverbrauchs durch Kohle konzentrierten, erkannte Dänemark bald, dass dies nicht nachhaltig war und verlagerte seine Bemühungen in die Nutzung von lokalen erneuerbaren Energiequellen und die Integration dieser ins Stromnetz, um sicher zu stellen, dass das gesamte System energieeffizienter und stabiler wird.

Das langfristige Ziel Dänemarks ist bis 2050 zu 100 Prozent unabhängig von fossilen Brennstoffen zu werden. Dies bedeutet, dass der gesamte Energiebedarf – Strom, Wärme, Kälte und Verkehr – durch die Erzeugung erneuerbarer Energie gedeckt werden soll. Heute decken erneuerbare Energien fast 30 Prozent unseres Energiebedarfs, wobei Wind und Bioenergie die größten Beiträge zu sauberem Strom liefern. Da Dänemark praktisch keine Wasserkraftressourcen zur Verfügung stehen, muss bis 2050 noch der optimalen Energiemix gefunden werden, um eine fossil unabhängige Gesellschaft zu schaffen. Die Herausforderung bleibt bestehen und wir müssen viel lernen und erforschen. Eines ist sicher: Wir werden das Ziel nicht alleine erreichen können. Die Zusammenarbeit mit globalen Partnern ist von entscheidender Bedeutung.

Dekarbonisierung und Wirtschaftswachstum schlissen sich gegenseitig nicht aus
Langfristige, proaktive Energiepolitik, die auf kosteneffiziente Lösungen ausgerichtet ist, ermöglicht ein signifikantes Wirtschaftswachstum. Seit den 1980er Jahren ist das dänische BIP um mehr als 80 Prozent gestiegen, ohne den Energieverbrauch im Inland zu erhöhen. Im selben Zeitraum sind CO2-Emissionen gesunken. Dies zeigt, dass sich Dekarbonisierung und Wirtschaftswachstum nicht gegenseitig ausschließen. Wir prognostizieren sogar, dass sie in Zukunft voneinander abhängig sein werden.

Trotz der Tatsache, dass weltweite die Unterstützung von Regierungen für traditionelle Brennstoffe immer noch weit über der für erneuerbare Energien liegt, ist Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne eine der billigsten Optionen auf dem Markt. In Dänemark ist Onshore-Windenergie derzeit die günstigste Energiequelle.

Energieeffizienz als Schlüsselfaktor
Gebäude machen 40 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs aus und in energieintensiven Industrien macht der Energieverbrauch bis zu 40 Prozent der gesamten Produktionskosten aus. Durch die Gewährleistung einer erfolgreichen Implementierung von Energieeffizienz in Gebäuden und industriellen Prozessen können wir die Nachfrage der Gesellschaft nach verschiedenen Energiedienstleistungen effizienter und effektiver erfüllen.

Seit den 70er Jahren ist die Energieeffizienz ein wichtiger Bestandteil der Denkweise der Dänen. Sowohl die Unternehmen als auch die Bürger wurden dazu angeregt, den Energieverbrauch durch eine Kombination von regulatorischen und wirtschaftlichen Initiativen wie verbesserte Energiestandards für Gebäude, Energiekennzeichnungssysteme für Elektrogeräte, Steuern und Subventionen, öffentliche Kampagnen und Energiesparabkommen mit der Industrie zu senken. Darüber hinaus ist das Fernwärmesystem Dänemarks sehr energieeffizient und war einer der Schlüsselfaktoren für den reduzierten Energieverbrauch und die CO2-Emissionen des Energiesektors. Es nutzt überschüssige Wärme aus der Stromerzeugung, um Wasser zu erhitzen, das in das Fernwärmesystem geleitet und dort verteilt wird, um Wärme für lokale Gebiete bereitzustellen.

Energieunabhängigkeit oder gegenseitige Abhängigkeit?
Sollte ein Land nach Energieunabhängigkeit oder Interdependenz streben, um Zugang zu sauberer und bezahlbarer Energie zu gewährleisten? Es gibt keine einfache Antwort auf diese Frage und die Geographie spielt offensichtlich eine Rolle bei der Frage, welche der beiden Möglichkeiten sich für das jeweilige Land eignet und praktikabel ist. Die Ölkrise der 70er Jahre veranlasste Dänemark Energieunabhängigkeit von anderen Ländern zu erreichen. Es hat sich jedoch gezeigt, dass seit Dänemark sich in einem fortgeschrittenen Stadium der Energieumstellung befindet, dass Energiesicherheit nicht durch Eigenversorgung effektiv erreicht wird, sondern dass wir und unsere Nachbarländer Energiesicherheit am besten durch die Hilfe von gegenseitigen Energieimporten erreichen können.

Wesentliche Elemente des dänischen Energiesystems wurden in enger öffentlicher und privater Zusammenarbeit mit anderen Ländern, Institutionen und Unternehmen entwickelt. Über den NordPool-Stromaustausch kaufen und verkaufen die nordischen Länder Strom, um die fluktuierende Stromproduktion auszugleichen. Dies gewährleistet den Zugang zu Energie, erhöht die Versorgungssicherheit und ermöglicht die Integration hoher Anteile variabler erneuerbarer Energie in das Energiesystem und damit eine zuverlässige Versorgung.

Erneuerbare Energien erfolgreich integrieren dank holistische und flexible Energiesysteme
Die Erzeugung von sauberer Energie hängt teilweise vom klimatischen Kontext und den natürlichen Ressourcen eines Landes ab. Ähnlich wie in Ländern wie Portugal, Deutschland und USA besitzt Dänemark einen Überfluss an Wind, weshalb die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien in erster Linie auf dieser Quelle beruht. Tatsächlich lieferten Windkraftanlagen in 2017 43,4 Prozent des dänischen Stromverbrauchs.

Eine Erhöhung der Menge an erneuerbarer Energie in einem Energiesystem erfordert ein starkes Übertragungsnetz, das Schwankungen, von z.B. Sonnen- und Windenergie, verkraften kann. Die Integration von Sektoren und Systemen ist entscheidend für die Schaffung eines holistischen, flexiblen Energiesystems, welches Strom, Temperierung, Gas und Transport umfasst. Auf diese Weise kann der Einsatz erneuerbarer Energien wirtschaftlich sinnvoll gestaltet werden, indem die kombinierte Stärke dieser Systeme genutzt wird. Das integrierte System Dänemarks ist absolut zuverlässig und bietet die höchste Versorgungssicherheit in Europa. Die Erzeugung eines holistischen, integrierten Energiesystems ist jedoch ein fortlaufender Prozess und durch Forschungs- und Demonstrationsprojekte arbeiten wir kontinuierlich an einer verstärkten Integration.

Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen) spielen eine bedeutende Rolle bei der Integration erneuerbarer Energien in das dänische Energiesystem. Die Anlagen versorgen das Land nicht nur mit einem wesentlichen Teil ihres Stroms, dank einer Konstruktion die Wärmespeicherung ermöglicht und Variation in Wärme- und Elektrizität zulässt, sie können auch ihre Stromproduktion auf Änderungen in Windmenge reagieren leistungsregulieren und helfen so, das Netz auszugleichen. Der dänische Übertragungsnetzbetreiber Energinet verwendet fortschrittliche Windvorhersagen für die Steuerung und den Versand von Stromversorgungssystemen. Mit Blick auf die Zukunft werden die Energieverbraucher zu Energieerzeugern und tragen dadurch zu einem Ausgleich des Energiesystems bei, indem sie ihren Stromverbrauch in Spitzenzeiten als Reaktion auf zeitbasierte Tarife verlagern, aber auch durch die Einspeisung von Strom aus lokaler Produktion.

Energiespeicherung: Eine harte Nuss
Die zunehmende Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen benötigt die Fähigkeit, Elektrizität aus Wind-, Solar- und anderen erneuerbaren Energiequellen für die spätere Nutzung zu speichern. Bis heute können keine Batterielösungen diese immensen Mengen an Strom speichern. Stattdessen soll ein integriertes Energiesystem und eine verstärkte Elektrifizierung als Speicherkapazität dienen und damit helfen, das Energiesystem auszugleichen. Ein konkretes Beispiel ist die Nutzung von Wärmespeicherung im Fernwärmesystem und die verstärkte Nutzung von Elektrizität für die Heizung, begleitet von einem verstärkten Einsatz von Wärmepumpen und elektrische Kesselanlagen Auch ‚Power-to-Gas‘ (P2G) und die Elektrifizierung des Transports durch z.B. Elektrofahrzeuge werden das System ausbalancieren. Das dänische Ferngasnetz verfügt über eine erhebliche Kapazität zur Speicherung von Erdgas und dies wird voraussichtlich in Zukunft auch mit grünen Gasen, wie Biogas und Wasserstoff, möglich sein, die anschließend je nach Bedarf in Strom oder Wärme umgewandelt werden können.

Grün. Gesund. Gerecht. Global. Dänemark
Dänemark hat das Ziel ein kohlenstoffarmes Wirtschaftswachstum weltweit anzuregen. Wir meinen, dass jeder das Recht hat in Wohlstand zu leben und sich weiter zu entwickeln. Wir meinen, dass die wohlhabendsten Gesellschaften der Zukunft die nachhaltigsten sein werden. Bei State of Green, einer gemeinnützigen, öffentlich-privaten Partnerschaft, fördern wir die Beziehungen zu internationalen Interessengruppen, die daran interessiert sind, ihre Herausforderungen zu diskutieren und relevante dänische Kompetenzen und Technologien ins Spiel zu bringen, die Ihre grüne Umstellung ermöglichen. Wir begrüßen Partner von allen Kontinenten, gleichgesinnte dänische Energie-Anspruchsgruppen zu treffen, um Herausforderungen und Möglichkeiten gemeinsam zu diskutieren.